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Mittwoch, 21. November 2018   
Zukunft der Strecke

Siegburg - Lohmar ist nicht entwidmet

Aufgrund einer am 24. Mai 2004 aus Anlass des 50. Jahrestages des letzten planmäßigen Personenzuges auf der Aggertalbahn zwischen Siegburg und Overath veröffentlichten Pressemitteilung des VCD-Kreisverbandes Bonn/Rhein-Sieg-Ahr e.V. stellte die Bezirksregierung Köln gegenüber der RSE und den Städten Siegburg und Lohmar klar, dass die Eisenbahnstrecke Siegburg-Siegwerk - Lohmar keineswegs entwidmet und daher ein Gleisrückbau illegal ist.

Das Schreiben hat folgenden Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bohnet,

ich beziehe mich auf den heute erschienenen Artikel des "Kölner Stadt-Anzeigers" (Lokalteil Rhein-Sieg) zum Thema Aggertalbahn Siegburg - Lohmar.

Unter dem Titel "Autofixierte Politiker kritisiert" werden Sie insofern zitiert, dass "erst vor kurzem das Streckengleis vom Siegwerk bis zum Bahnhof Lohmar entwidemt worden sei." Diesbezüglich muss ich Sie korrigieren: Ihre Vermutung, dass die Aggertalbahn-Strecke von Siegburg bis Lohmar entwidmet ist, ist falsch.

Die gesamte Bahnstrecke ist nach wie vor als Eisenbahnstrecke gewidmet.

Die Reaktivierung dieser Strecke ist von der Rhein-Sieg-Eisenbahn am 09.02.2003 im Rahmen der Neuaufstellung des Verkehrsinfrastrukturbedarfsplanes für die IGVP angemeldet worden. Zurzeit wird dieses Vorhaben wie alle anderen von der IGVP bewertet und anschließend dem Regionalrat zur Priorisierung vorgelegt. Die Wiederaufnahme des Bahnbetriebes ist also im Bereich des Möglichen.

Der Rhein-Sieg-Kreis und die Städte Siegburg und Lohmar sind diesbezüglich ebenfalls informiert worden.

Mit freundlichem Gruß
Im Auftrag
Gez. Fritsch

Wie uns Joachim Wirths von der Bezirksregierung Köln bestätigte, hat seine Behörde die Städte Lohmar und Siegburg aufgefordert, von der "Strecke die Finger zu lassen" (Zitat).

Bei aller Kritik an offensiver Pressearbeit bleibt festzuhalten, dass diese aktuelle Aktion mal wieder deutlich zeigt, wie wichtig öffentlicher Druck ist. Denn der Gleisrückbau ist illegal und daher ein vorsätzlicher Gesetzesverstoß, der in einem Rechtsstaat auch geahnet werden müsste! Dabei wiegt es umso schwerer, dass dieser Gesetzesverstoß von der öffentlichen Hand veranlasst wird.

Quelle: Lok & Schiene (rb) Freundeskreis Rhein-Sieg-Eisenbahn
Ausgabe 19, Juni 2004



RSE unterbreitet Rhein-Sieg-Kreis sowie den Städten Siegburg und Lohmar ein Angebot zur Reaktivierung der Eisenbahnstrecke Siegburg - Lohmar

Die im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis gelegene Eisenbahnstrecke Siegburg - Lohmar bietet vielfältige Perspektiven für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und den Schienengüterverkehr. Die Ortsdurchfahrt in Lohmar wird tagtäglich von rund 25.000 Kraftfahrzeugen frequentiert. Eine Reaktivierung des SPNV zwischen Lohmar und der Kreisstadt Siegburg könnte dazu beitragen, den Kfz-Verkehr nachhaltig zu reduzieren.

Im künftigen ICE-Bahnhof Siegburg hätten die aus Lohmar anreisenden Fahrgäste der "Aggertalbahn" direkten Anschluß in Richtung Troisdorf, Flughafen Köln/Bonn, Köln Hbf und Düren, in Richtung Hennef (Sieg), Eitorf, Au (Sieg), Betzdorf und Siegen, sowie mit der Stadtbahnlinie 66 in Richtung Sankt Augustin, Bonn-Beuel, Bonn City, Königswinter und Bad Honnef.

Die RSE stellt sich dieser Aufgabe. Sie hat dem Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, den Bürgermeistern der Städte Siegburg und Lohmar sowie dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) im Februar 2000 ein konkretes Angebot unterbreitet, die Infrastruktur der stillgelegten aber planungsrechtlich gesicherten Eisenbahnstrecke zu übernehmen und wieder in Betrieb zu nehmen. Darüber hinaus ist die RSE auch bereit und in der Lage, zu festgelegten Zug-Kilometer-Preisen den SPNV zu betreiben.

Modernisierte Schienenbusse der Bauart MAN oder moderne Leichtbautriebwagen vom Typ LVT/S würden ganztägig im 30-Minuten-Takt zwischen Lohmar und Siegburg pendeln. Die Fahrzeit beträgt lediglich 12 Minuten. Auch die Siegburger Fußgängerzone bekäme einen Schienenanschluß. Als Option erwägt die RSE auch die Wiederaufnahme des Schienengüterverkehrs, dessen Potenzial gerade erst durch das Integrierte Güterverkehrskonzept des Landes NRW ermittelt wurde.

Die RSE erwartet von den Entscheidungsträgern in der Region, dass ihr Angebot sachorientiert und zielgerichtet diskutiert wird. Für den Großraum Bonn/Rhein-Sieg und die Städte Lohmar und Siegburg wäre der Erhalt und ein attraktiver Schienenverkehr auf der Aggertalbahn ein großer Gewinn.

Text: Rhein-Sieg-Eisenbahn
   Eisenbahnclub Rhein-Sieg e. V. | Gartenstraße 1a | 53721 Siegburg