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Dienstag, 28. September 2021   
Siegtal - Modulanlage H0 Was ist eigentlich ein Modul? Ein Modul ist ein Teilstück einer funktionsfähigen Modellbahnanlage, die vielfältig kombinierbar und in fast jeder beliebigen Form und Grösse zusammengestellt werden kann. Der Bau eines Moduls bedeutet keinen großen zeitlichen und finanziellen Aufwand und man benötigt nicht viel Platz. Es ist (fast) immer ohne Probleme möglich, daheim im kleinen Kämmerlein oder im Keller auf der Werkbank ein Modul zu bauen. Jeder Erbauer eines Moduls hat aufgrund der guten allseitigen Zugänglichkeit die Möglichkeit seine ganz individuellen Vorstellungen von Motiven und Szenerien bis ins kleinste Detail darzustellen.

Jetzt aber kommt der Clou! Nach Fertigstellung wird das Modul in eine gemeinschaftliche Anlage integriert und es fahren sogar vorbildgerechte lange Zuggarnituren darüber hinweg; es können auch die Fahrzeuge aus der eigenen Sammlung sein!

Dies setzt natürlich voraus, das beim Bau des Moduls einige festgeschriebene Normen eingehalten werden. Nachfolgend werden die Normen der H0-Module unserer zweiten transportablen Anlage des ehemaligen Modellbahngemeinschaft Siegkreis e.V. definiert.

1. Modulbau 1.1 Baumaterialien
Ist die Planung eines Moduls abgeschlossen, d.h. es steht fest, in welcher Grösse und Form das Modul gebaut werden soll, muss das Material zum Bau des Modulrahmen und des Untergestells beschafft werden. Beim Kauf des Holzmaterials sollte auf gute Qualität grosser Wert gelegt werden. Der Einsatz von minderwertigen Materialien hat fast immer ein Verziehen der Rahmen und Trassenbretter zur Folge. Mit Sperrholz sowie Multiplexplatten haben wir bisher sehr gute Erfahrungen sammeln können.

1.2 Modulformen und -abmessungen
Grundsätzlich ist keine bestimmte Abmessung der Module festgelegt. Lediglich die Modultiefe am Übergang zum nächsten Modul (Modulkopfstück; siehe auch Abb.1) wurde auf 500 mm und die Rahmenhöhe auf 150mm festgelegt. Modulbreiten bis zu 1,20 Meter haben sich als praktisch erwiesen, da diese auch für eine einzelne Personen noch sehr gut händelbar sind. Auch ist bereits bei der Planung die Grösse der vorhandenen Transportmöglichkeit zu berücksichtigen.

Bei der MGS haben sich allerdings einige Abmessungen als Standard herauskristalisiert. Der Grund hierfür ist ein sicherer und raumsparender Transport, denn für den Aufbau der Anlage werden häufig eine grosse Anzahl Module benötigt, die möglichst alle übereinandergestapelt werden müssen. Dies setzt aber Standardgrössen der Module voraus. Gleiches gilt auch für die Lagerung der Module.

Es ist daher darauf zu achten, dass Module mit den Standardabmessungen, wie sie auf der Seite 16 dargestellt sind, von Anfang an in der Planung berücksichtigt werden.

1.3 Zusammenbau
So, nun geht’s an die praktische Arbeit. Hat man in der eigenen Werkstatt keine Möglichkeit, die Rahmen- und Deckbretter genau winklig zuzuschneiden, so sollte man das Holz bereits fertig zugeschnitten kaufen. Dies bedeutet zwar einen finanziellen Mehraufwand, der sich aber schon beim Zusammenbau bezahlt macht. Die notwendigen Verbindungslöcher und die Grifflöcher sollten bereits vor dem Zusammenbau des Rahmens in die Modulkopfbretter (Seitenbretter zum nächsten Modul) gebohrt bzw. gesägt werden, denn die Handhabung der Bretter und das evt. Einspannen in entsprechende Vorrichtungen ist jetzt noch problemlos möglich. Das Modulkopfbrett muss genau bündig und rechtwinklig zur Deckplatte (Trassenbrett) montiert werden. Dies ist für ein problemloses und passgenaues Verbinden der Module besonders wichtig.

Durch den Einbau von 4-Kanthölzern in die Modulwinkel wird ein ausreißen oder ausbrechen der verschraubten und verleimten Rahmenbretter verhindert und eine erheblich höhere Stabilität des Modulkasten erzielt. Um ein Verziehen der Deckplatte bzw. des Trassenbrettes und damit ein unbeabsichtigtes Abkuppeln der Fahrzeuge durch eine wellenartige Gleislage zu verhindern, wird der Einbau von Querverstrebungen dringend empfohlen. Die Abstände sollten ca. 30 - 40 cm betragen, jedoch ist hierbei unbedingt zu beachten, ob und an welcher Stelle Unterflurantriebe für Weichen oder Signale eingebaut werden müssen. Bevor die Verstrebungen montiert werden, sollten auch alle notwendigen Durchführungen für Kabel u.a. vorgesehen sein.

1.4 Untergestelle
Für die Untergestelle (Modulbeine) gibt es die verschiedensten Konstruktionen. Eine davon ist bereits in Abb.2 dargestellt. Hier wurden 4-Kanthölzer gleicher Abmessung wie die Winkelverstärkungen mittels Scharniere an die Verstärkungen angeschraubt. Vorteil: die Beine können zu Ausstellungen nicht vergessen werden. Aber es gibt auch einige Stecksysteme, die sicher auch ihre Vorteile haben. Jeder Modulbauer kann hier selbst entscheiden, welches System er bevorzugt. Zwei Dinge müssen jedoch alle Systeme gewährleisten. Zum einen muss die Höhe der Schienenoberkante 1050 mm über dem Fußboden sichergestellt sein (siehe Abb.3) und wegen nicht selten vorkommenden Unebenheiten der Ausstellungsflächen ist ein Höhenausgleichbarkeit von ± 20 mm vorzusehen, beispielsweise durch Schraubfüße.


2. Modulanschlussmaße Anfänglich plante die MGS nur den Bau einer Modulanlage mit einer zweigleisigen Hauptstrecke. Das Ziel, lange und vorbildgerechte Zuggarnituren fahren zu können, wurde schnell erreicht. Aber durch die immer grösser werdende Mitgliederzahl kamen auch weitere Interessensgebiete hinzu. So entstanden die eingleisige Nebenbahn und eine HOe-Schmalspurstrecke.

2.1 Gleislagen
Bei der Entwicklung der Vereinsnormen hat sich die MGS für 3 verschiedene Gleislagen entschieden. Das hat den Vorteil, dass auf den Modulen das Gleis verschwenkt werden kann und so eine abwechslungsreiche und interessante Streckenführung entsteht. Legt man jedoch das Gleis beidseitig an die äusseren Anschlüsse, so bleibt eine grössere Fläche für die Gestaltung von Motiven, die etwas mehr Platz benötigen.

2.2 Trassenprofil
Die Nachbildung der Gleistrasse besteht wegen der Geräuschdämmung aus 2 X 4 mm Schaumstoff. Es empfiehlt sich jedoch dringend, an den Modulübergängen statt des Schaumstoffs ein 8mm starkes Brettchen einzusetzen und hier das Gleis besonders gut zu fixieren. Die Gefahr, das Gleis beim Aufbau oder Transport auszureissen, wird hierdurch erheblich verringert.

Um einen einheitlichen Übergang der Gleise bzw. der Trasse zu erreichen, sollte das Trassenprofil an den Modulübergängen die festgelegte Form einhalten.

2.3 Höhe über Fussboden
Wichtig für einen einwandfreien Übergang ist aber nicht nur die richtige Gleislage und das Trassenprofil, sondern auch die bereits unter Punkt 1.4 beschriebene Höhe der Schienenoberkante über dem Fussboden.

Die genauen Masse der genannten Punkte für die 1- und 2-gleisigen Strecken sind auf den Abb. 3 + 5 dargestellt.
Um einen Anschluss an Industrieanlagen zu ermöglichen haben wir auf einigen Modulen neben der zweigleisigen Strecke ein drittes Gleis als Industrieanschluss vorgesehen. Der Gleisabstand beträgt 61,6 mm (ROCO-Standard) zum Gleis der Hauptstrecke. (siehe Abb. 4)


 

Bei der Durchführung dieser Arbeiten ist unbedingt auf die präzise Einhaltung der Masse zu achten.

2.4 Verbindungsbohrungen
Die Verbindungsbohrungen sollen wie auf Abb.1 dargestellt einen Durchmesser von 10 mm haben. Auch hier ist auf Einhaltung der angegebenen Masse zu achten. Das gezeichnete Griffloch ist nicht zwingend vorgegeben, für die Handhabung beim Bau, Aufbau und Transport aber empfehlenswert.

2.5 Verbindungsschrauben
Zur Verbindung der Module haben sich verzinkte Flügelschrauben (DIN 315) M6 X 40 mit Flügelmuttern M6 (DIN 316) und Karosseriescheiben 6,6 (DIN 440) bestens bewährt.


3. Gleisbau Das Gleis sollte keinesfalls verschraubt werden. Da in dem Fall eine direkte Schallübertragung auf den Modulkasten stattfindet, würde das Modul beim befahren der Gleise als Resonanzkörper wirken und sehr unschöne röhrende Töne erzeugen. Bewährt hat sich hierbei die Verwendung von flexiblen Klebern (z.B. Pattex, UHU-Kompakt). Wie bereits oben erwähnt, muss bei der Gleisverlegung grossen Wert auf besonders gute Befestigung am Modulende gelegt werden. Es ist an dieser Stelle auch unbedingt auf die exakt rechtwinklige Gleislage zum Modulende zu achten.

Nachdem die Gleise fest fixiert sind, müssen die Schienenprofile an den Modulenden abgelängt werden. Sie dürfen wegen der Gefahr des Herausreissens keinesfalls über das Modulende hinausragen und beim Zusammenbau keine elektrische Verbindung zum nächsten Modul herstellen. Allerdings dürfen sie auch nicht so viel abgelängt werden, dass zu grosse und unschöne Gleislücken zwischen den Modulen entstehen.

3.1 Gleismaterial
Bei uns kommt fast ausschließlich ROCO-Line ohne Bettung zum Einsatz. Aber auch die Verwendung von Gleisen anderer Hersteller oder Selbstbaugleise ist möglich, vorrausgesetzt die Profilhöhe beträgt 2,1 mm.

3.2 Gleisradien
Um einen vorbildgerechten Eindruck zu bewahren wurde sich auch darauf geeinigt, die Gleisradien von 1000 mm im sichtbaren Bereich und 515 mm in überbauten Bereichen nicht zu unterschreiten. Dies gilt nur für die Regelspurstrecken. Beim Verlegen solch enger Radien ist bei der zweigleisigen Strecke der Gleismittenabstand von 46 mm nicht mehr ausreichend. Der Gleisabstand ist daher so zu wählen, dass jedes Fahrzeug profilfrei die Kurven passieren kann. Auch ist in Kurven eine entsprechende Gleisüberhöhung vorzusehen. Für einen störungsfreien Modellbahnbetrieb wird jedoch die Einhaltung des Lichtraumprofils nach NEM grundsätzlich vorausgesetzt.

Der Gleisradius der Schmalspurstrecke sollte mehr als 500 mm betragen.

3.3 Weichen + Weichenpolarisierung
Um den Fahrbetrieb auf der Anlage möglichst sicher zu gestalten ist nicht nur die präzise Verlegung der Gleise und Weichen äusserst wichtig. Auch die Polarisierung der Weichenherzstücke ist zu diesem Zweck vorzusehen. Besonders im Rangierbetrieb wird hierdurch der Fahrspass um ein Vielfaches erhöht. Die Polarisierungskabel sollten bereits vor der Verlegung und Fixierung der Weichen angelötet werden. Spätetens zu diesem Zeitpunkt muss auch die Öffnung für den Stellhebel des Unterflurweichenantriebs gebohrt werden. Muss diese Arbeit nachträglich gemacht werden, führt das meistens zur Zerstörung der Stellschwelle. Es kommt auch oft vor, dass nach dem Altern und Einschottern die Weichenzungen keinen einwandfreien Stromkontakt mehr haben. Der Grund dafür kann zuviel Farbe oder Kleber sein. Diesem Problem kann aber ebenfalls durch anlöten eines Kabels an Zunge und Fahrstrom aus dem Weg gegangen werden.

3.4 Weichenantriebe
Für den Weichenantrieb ist, wie bereits erwähnt, ein Unterflurantrieb einzubauen. Die Industrie bietet hierfür die verschiedensten Antriebe in unterschiedlichen Preislagen an. Als sehr sicher und zuverlässig hat sich der Weichenmotor von Fulgurex (Nr. 830) erwiesen. Auf nebenstehender Skizze (Abb. 6) ist ein einfacher und kostengünstiger Vorschlag der Stellmechanik abgebildet.

3.5 Rostimitation
Sind die Gleise vollständig verlegt, sollten alle notwendigen Kabel zur Stromversorgung an die Profile angelötet werden. Bevor es jetzt ans Rosten und Schottern der Gleise geht sollte man einen ersten Funktionstest durchführen. Anschließend können die Schienenprofile noch ohne Hindernisse wie z.B. Häuser oder Bäume "eingerostet" werden. Hierzu ist die Revell-Farbe "Rost" Nr. 83 zu verwenden.

3.6 Schotter
Um einen einheitlichen Eindruck zu bekommen, haben wir uns bei der MGS auf einen bestimmten Schotter festgelegt. Aus Basaltsplitt wird eine Körnung von 0,5 - 1,0 mm ausgesiebt und in altbewährter Methode (Holzleim-Wasser-Gemisch) fixiert. Farblich bleibt er unbehandelt. Der Basaltsplitt hat den Vorteil, dass er, wie auch der Schotter beim Vorbild, sehr kantig ist und dadurch sehr realistisch wirkt. Beim Einschottern aber auch beim Rosten der Gleise ist unbedingt auf die Freigängigkeit der Weichen zu achten.


4. Elektrifizierung

Gesteuert wird unsere Modulanlage und die Fahrzeuge auf konventionelle Weise. Einzige Ausnahme: der grosse, 9,20 m lange Vereinsbahnhof verfügt über eine Digitalsteuerung. Damit eine Modulkombination funktioniert, ist auch bei der Stromversorgung ein einheitliches System notwendig. Da die Stromversorgung für die 1- bzw. 2gleisigen Module sehr unterschiedlich ist, beschreiben wir die Systeme unter Punkt 4.3 + 4.4 separat.

4.1 Einspeisung von Fahrstrom
Die Einspeisung von Fahrstrom erfolgt grundsätzlich an jeder Betriebsstelle. Von hier aus werden über eine 6-polige Ringleitung die Streckenmodule mit Fahrstrom versorgt. Um den Stromverlust bei den oft sehr langen Fahrstrecken in Grenzen zu halten, sind unter den Modulen die Kabel der 6-polige Ringleitung mit einem Querschnitt von 1,5 mm2 vorzusehen. An deren Ende ist die Buchsenleiste der Werit - Steckverbinder (siehe Punkt 4.2) einzubauen. Achtung: die Buchsenleiste muss so angebracht sein, dass die Steckverbindung mit den ca. 50-60 cm langen Adapterkabeln problemlos möglich ist. Damit beim Auf- und Abbau unter dem Modul nicht versehentlich durch fremde Hände etwas beschädigt wird, sollte auch die freie Zugänglichkeit zu den Buchsenleisten berücksichtigt werden.

4.2 Verbindungsstecker
Die elektrische Verbindung der Module erfolgt mittels dem Werit - Steckverbindungssystem. Die Buchsenleiste ist jeweils unter den Modulen und die Steckerleiste an dem Adapterkabel anzubringen. (siehe Abb.7)

4.3 Stromversorgung der 2-gleisigen Module
Jede Betriebsstelle der 2-gleisigen Strecke speist über die Ringleitung auch den Fahrstrom für die auf diese Betriebsstelle zuführende Fahrstrecke ein. Das wegführende Gleis wird also dementsprechend von der benachbarten Betriebsstelle mit Fahrstrom versorgt. Von der Ringleitung ausgehend sollten unter jedem Modul die Kabel für Fahrstrom in Fahrtrichtung rechts in rot und in Fahrtrichtung links in blau ausgeführt sein. (siehe Abb.8 ) Die beiden mittleren Kabel der Ringleitung stehen für Wechselstrom zur Verfügung.

Achtung:
Da beidseitig, d.h. von jeder Betriebsstelle aus , Wechselstrom eingespeist wird, eine Parallelschaltung laut VDE-Vorschriften aber unzulässig ist, müssen die Wechselstromkabel der Ringleitung getrennt werden. Es ist daher vor jeder Inbetriebnahme der Anlage unbedingt darauf zu achten, dass zwischen den Betriebsstellen ein Adapter ohne Wechselstromverbindung eingebaut ist.

4.4 Prinzip der Z -Schaltung
Bei der 1-gleisigen bzw. auch bei der Schmalspurstrecke ist die Stromversorgung und auch die Schaltung der Betriebsstellen nach dem Prinzip der sogenannten Z - Schaltung anzuwenden. Diese Schaltung wird von vielen Modellbahnvereinen seit Jahren mit grossem Erfolg eingesetzt und ist denkbar einfach. Anhand der graphischen Darstellungen auf den (Abb. 9 + 10)

werden die Schaltungen von Betriebsstellen und der Modulanlage verdeutlicht. Der gesamte Betriebsstellenbereich sollte mit möglichst vielen Trennstellen, die beidseitig getrennt sein müssen, versehen werden. Die dadurch entstehenden vielfältigen Rangier-, Umsetz- und Abstellmöglichkeiten lassen den Modellbahnbetrieb zu einem grossen Spielerlebnis werden.

4.5 Stromversorgung der 1-gleisigen Module
Für die elektrische Verbindung der Module gilt gleiches wie bereits unter Punkt 4.1+4.2 beschrieben, jedoch sind unter den eingleisigen Modulen die beiden Buchsenanschlüsse für Fahrstrom deutlich verschiedenfarbig zu kennzeichnen. Hier sollten idealerweise ebenfalls die Farben Rot und Blau verwendet werden. Die beiden mittleren Kabel dienen wiederum der Wechselstromversorgung, die aber auch wie bereits beschrieben an der Trennstelle keinesfalls verbunden werden dürfen. Die verbleibenden äußeren Kabel dienen als Blindleitung zur Fahrstromübertragung für die Z- Schaltung. Diese sind gleichfarbig oder gar nicht zu kennzeichnen.

Beim Aufbau der Anlage werden an der festgelegten Trennstelle die Kabel der Fahrstromversorgung und die der Blindleitung über Kreuz verbunden. (siehe Abb. 10) Es kommt auch des öfteren vor, dass ein Modul in einem Anlagenarangement wegen der Gleislage gedreht werden muss, wodurch die Polarität des Gleises vertauscht wird. Um die richtige Polarität wieder herstellen zu können, muss zwischen dem Fahrstromkabel der Ringleitung und dem Gleis ein 2-poliger Umschalter eingebaut werden. (siehe Abb. 11)

4.6 Kennzeichnung der Stellpulte
Die Stellpulte der Betriebsstellen werden einheitlich gekennzeichnet. Der Vorteil, der sich daraus ergibt, ist, dass alle Vereinsmitglieder mit dieser Kennzeichnung vertraut sind und so jede Betriebsstelle ohne Probleme bedienen können. Auch hier hat sich der Verein an die Norm anderer Modellbahnvereinigungen angeschlossen. Die auf der Seite 13 (Abb.10) dargestellten Abbildungen beschreiben die Bedeutung der Symbole.


5. Gestaltung der Module Nun wenden wir uns dem schönsten Abschnitt des Modellbahnbaus zu, dem Abschnitt, der die eigentliche Modellbahn ausmacht, die Ausgestaltung. Hier ist der Kreativität der Modellbauer keine Grenzen gesetzt, vorausgesetzt, er berücksichtigt die Grundsätze des Vereins. Um ein weitgehend einheitliches Bild beim Aufbau der Anlage zu erzielen, haben wir auch bei der Modulgestaltung bestimmte Dinge festgelegt, die nachfolgend beschrieben werden.

5.1 Motiv des Moduls
Die Auswahl des Motivs bleibt selbstverständlich jedem Erbauer überlassen, wobei aber darauf zu achten ist, dass es in die festgelegte Epoche passt. Um eine Verdoppelung der Motive zu vermeiden, sollte im Vorfeld der Planung eine Abstimmung innerhalb des Vereins stattfinden.

5.2 Dargestellte Epoche
Die Modulgestaltung ist der Epoche 3 oder der anfänglichen Epoche 4 bis ca. 1975 anzupassen. Bei der Ausstattung des Moduls ist auf die realistische und vorbildnahe Darstellung der Szenen grösster Wert zu legen. Dies gilt natürlich auch für alle bahntechnischen Einrichtungen wie z.B. Signalisierung usw.. Da die Inbetriebnahme einer Fahrstromleitung auf einer Modulanlage nur sehr schwierig zu händeln ist, ist der Einbau einer Oberleitung nicht vorzusehen. Die Verbindung des Fahrdrahtes von Modul zu Modul würde beim Aufbau der Anlage einen zu grossen Aufwand bedeuten.

Es ist auch darauf zu achten, dass die Streckenmodule nicht mit einer festgelegten Ansichtseite ausgestattet sind, denn diese müssen nicht selten wegen der benötigten Gleislage umgedreht in die Anlage eingebaut werden.

5.3 Ausstattungselemente
Das Wichtigste bei der Ausstattung der Module ist zunächst einmal, das auch hierbei immer der Maßstab 1:87 eingehalten wird. Dies ist nicht unbedingt an allen Zubehörteilen eindeutig festzumachen, jedoch muss z.B. bei Häusern, Strassenfahrzeugen, Figuren u.ä. unbedingt darauf geachtet werden. Um ein einheitliches und vorbildgerechtes Bild zu erzielen ist der Einbau einiger Ausstattungselemente wie Telegrafenmasten oder Kilometersteine vorzusehen.

Da wir wie beschrieben keine Oberleitung vorgesehen haben, sind wie auch beim Vorbild auf nichtelektrifizierten Strecken Telegrafenmasten einzubauen. Diese sind in einem Abstand von ca. 30 - 40 cm vorzusehen. Der erste und letzte Mast eines Moduls ist mit dem halben Mastabstand zum Modulende zu positionieren. Für die 2-gleisige Hauptbahn werden bei uns im Verein Telegrafenmasten mit 16 Isolatoren von Weinert, Art.-Nr.3305 und die Art.-Nr. 3379 mit 4 Isolatoren für die eingleisigen Nebenbahnen verwendet.

Die wie auch beim Vorbild angebrachten schrägen Abstützungen der Maste (besonders wichtig in Kurven) sollten auch nicht fehlen. Auf geraden Streckenmodulen ist eine Schrägabstützung etwa mittig des Moduls anzubringen.

Um weiterhin einen vorbildgetreuen Eindruck zu gewinnen, ist auf der Modellbahn auch auf Kilometersteine nicht zu verzichten. Sie sind bei 2-gleisigen Modulen beidseitig und bei den 1-gleisigen Modulen einseitig ebenfalls ca. in der Mitte des Moduls einzubauen. Auf den Schmalspurmodulen entfallen die Kilometersteine.

5.4 Landschaftsgestaltung + Begrünung
Bei der Landschaftsgestaltung kommt der Ideenreichtum, die Kreativität und die Fingerfertigkeit der Modellbauer erst richtig zur Geltung. Jedoch sind auch hier einige Dinge zu beachten. So haben wir uns bei der MGS darauf geeinigt, das die Gestaltung der Frühjahr- bzw. der Sommerzeit angepasst wird. Um aber an den Modulenden keine grossen Farbunterschiede der Begrünung entstehen zu lassen, sollte hier einige Zentimeter mit einem dunklem Wiesengrün begrast werden. Weiterhin dürfen Wege, Strassen und Gewässer nicht an den Modulübergängen enden, denn sie würden auf dem anschliessenden Modul nicht weitergeführt. Ausgenommen sind hier natürlich Module, die immer zusammengehörig sind.

Wichtig aber ist, dass man auf die Details nicht verzichtet, die eine Modellbahn, Modul oder Diorama zum "Leben" erwecken!

5.5 Farbgebung der Rahmen
Nach Vollendung der Gestaltung ist jetzt nur noch eine abschliessende Arbeit zu tun.

Wir sind bei öffentlichen Ausstellungen immer bemüht, einen guten Gesamteindruck unserer Anlage zu erreichen. Dazu gehört, dass die Modulrahmen einen einheitlichen seidenmatten Anstrich im Farbton "Schokoladenbraun" (RAL 8017) erhalten.

Zur Abrundung des Bildes hängen wir bei den Ausstellungen immer einen Vorhang an die Module, der jedoch im Verein ausreichend vorhanden ist.


6. Fahrzeuge 6.1 Traktionsarten
Nun noch ein paar Worte zu den Einsatzfahrzeugen. Da wie gesagt keine Oberleitung vorhanden ist, ist es selbstredend, dass bei Ausstellungen nur Dampf-, Diesel- oder Akkutraktionen in den genannten Epochen zum Einsatz kommen. Bei unseren internen Fahrtagen ist aber alles erlaubt, d.h. hier dürfen Fahrzeuge aller Bahngesellschaften und aller Epochen eingesetzt werden. Auch der Einsatz von E-Loks ist dann möglich.

6.2 Laufeigenschaften
Um einen störungsfreien Fahrbetrieb zu gewährleisten, müssen die Lokomotiven sowie die Personen- und Güterwagen ein einwandfreies Laufverhalten aufweisen. Viele gesammelte Erfahrungen haben bewiesen, dass oft nur Kleinigkeiten wie z.B. eine schlechte Stromaufnahme, ein falsches Radsatzinnenmass oder die falsche Höheneinstellung der Kupplungen zu unangenehmen Störungen im Modellbahnbetrieb führten. Manchmal fehlte sogar nur ein Tröpfchen Öl!

6.3 Kupplungen
Die Modellbahnindustrie bietet viele verschiedene Kupplungssysteme an, die u.U. einen problemlosen Austausch von Triebfahrzeugen verhindern. Deshalb sind die Tfz grundsätzlich mit Standard-Bügelkupplungen auszustatten. Bei geschlossenen Wagenverbänden hat jeder Besitzer natürlich die freie Wahl, jedoch muss der erste Wagen wiederum ein Bügelkupplung aufweisen. An Personen- oder Güterwagen, die auch rangiert werden sollen, müssen ebenfalls Bügelkupplungen vorhanden sein.

Jedes Mitglied, das seine Fahrzeuge auf der Anlage einsetzen möchte, sollte diese daher vorher auf den einwandfreien Zustand und richtige Ausstattung überprüft haben.

Abschliessend sei noch erwähnt, dass alle Module und Fahrzeuge, die den vorgegebenen Richtlinien nicht entsprechen, kein Recht auf Einsatz in oder auf Ausstellungsanlagen haben.


7. Modulabmessungen

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