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Freitag, 15. Dezember 2017   
Maßstäbe, Nenngrößen und Spurweiten Die zahlreichen beim Vorbild vorhandenen Spurweiten werden für die Nachbildung im Modell zu vier Gruppen zusammengefasst. Der Verkleinerungsmaßstab ergibt eine Reihe von Modellspurweiten und wird durch den Begriff „Nenngröße" ausgedrückt. Diese wird mit Buchstaben bzw. Ziffern bezeichnet.

Die reine Nenngrößen-Bezeichnung ohne Zusatzbuchstabe bezieht sich auf die Vorbildspurweiten = 1250 mm, während bei Schmalspurbahnen mit Vorbildspurweiten < 1250 mm der Nenngrößen-Bezeichnung die Zusatzbuchstaben m, e oder i hinzugefügt werden. Für diese kombinierte Nenngrößen- und Spurweiten-Bezeichnung wird im deutschen Sprachgebrauch der Begriff „Spur" verwendet.

Beispiele:
Nachbildung einer Normalspurbahn im Maßstab 1:87: Nenngröße H0 („H-Null“), Spur H0 (Spurweite 16,5 mm)
Nachbildung einer Meterspurbahn im Maßstab 1:45: Nenngröße 0 („Null“), Spur 0m (Spurweite 22,5 mm)



Anmerkungen zur Tabelle:
1) Für die Nenngröße I und größer sind auch Bezeichnungen in arabischen Ziffern zulässig.
2) Einzelne Funktionsteile können vom Maßstab nach besonderen Festlegungen abweichen (einzelne Normblätter).
3) Bei Breitspurbahnen (Vorbildspurweite > 1435 mm) kann der Maßstab vom Verhältnis der Spurweiten ausgehend berechnet werden.
4) In einigen Ländern wird auch der Maßstab 1:43,5 angewendet.
5) Für die Nenngröße Ie wird auch die Spurweite 23,4 mm industriell angewendet.
6) Im deutschen Sprachraum kann anstelle des i (Industriebahn) auch der Buchstabe f (Feldbahn) angewendet werden.
7) Für große Spurweiten ist auch die Angabe in Zoll üblich.


Eisenbahn-Epochen In der Entwicklungsgeschichte der Eisenbahn zeichnen sich deutlich Epochen ab, die durch technische Merkmale und wechselnde gesellschaftliche Strukturen gekennzeichnet sind. Die Epochen kommen sowohl im Streckenbild (beispielsweise im Bau- und Signalwesen) als auch in der Bauart, Farbgebung und Beschriftung der Fahrzeuge zum Ausdruck. Nicht nur Fahrzeuge und Zubehör sondern ganze Modellbahnanlagen werden daher einer bestimmten Epoche zugeordnet.

Bei den europäischen Eisenbahnen kann man aus Sicht des Modelleisenbahners sechs Epochen unterscheiden, die sich in der Regel aber nicht scharf abgrenzen lassen; vielmehr sind die Übergänge fließend und auf Teilgebieten unterschiedlich. Zahlreiche zwischenzeitliche Veränderungen im Erscheinungsbild der Eisenbahnen erfordern eine weitere Unterteilung in Perioden, deren Abgrenzung aber nur auf einzelne Länder oder Bahnverwaltungen bezogen möglich ist.


Übersicht und Charakteristika
Epoche I
(bis 1925)
Bau der ersten Eisenbahnen, Entwicklung der Dampflokomotiven, viele Privatbahnen mit buntem Fahrzeugpark


Epoche II
(1920 - 1950)
Weitgehende Vereinheitlichung der Bau- und Betriebsvorschriften, teilweise länderübergreifend, Einführung des elektrischen Zugbetriebes, vereinzelte Einführung von Lichtsignalen

Epoche III
(1945 - 1970)
Wiederaufbau nach dem Krieg und Entwicklung eines modernen Fahrzeugparkes, Traktionswechsel durch Ausbau des elektrischen Betriebes und der Dieselzugförderung

Epoche IV
(1965 - 1990)
Weitgehender Abschluss der Traktionsumstellung, Einführung eines internationalen Beschriftungsschemas des Wagenparks

Epoche IV
(1985 - 2010)
Entstehung von Schnellfahrnetzen, werbewirksame Farbgebung, liberalisierter Zugang zu den Bahnnetzen, Umwandlung der Staatsbahnen in Aktiengesellschaften mit Aufteilung in Infrastruktur-Unternehmen und in Verkehrs-Unternehmen, getrennt für Personen- und Güterverkehr, die auch außerhalb des angestammten Netzes tätig werden

Epoche VI
(ab 2005)
Neben den traditionellen Bahngesellschaften befahren zahlreiche Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) ohne eigene Infrastruktur die bestehenden Eisenbahnnetze im Personen- und/oder im Güterverkehr national oder international mit eigenen Fahrzeugen, entsprechende Anpassung des 12-stelligen UICNummernschemas, Überleitung der bestehenden internationalen Übereinkommen (RIC, RIV, etc.) in neue EU-konforme Vorschriften (OTIF, TSI), Aufhebung der gemeinsamen Bewirtschaftung von Güterwagen (EUROP und OPW), nationale Schnellfahrstrecken nur für Personenverkehr wachsen zu einem internationalen Netz zusammen, massiver Abbau des Güterverkehrs in der Fläche mit Rückbau der Güterverkehrsanlagen und von Rangierbahnhöfen, im Reisezugverkehr dominieren Trieb- oder Wendezüge, im Güterverkehr Ganzzüge

Quelle: MOROP, Normen Europäischer Modellbahnen
   Eisenbahnclub Rhein-Sieg e. V. | Gartenstraße 1a | 53721 Siegburg